Ein neues Konzept für eine veränderte Umwelt

Biologische Zahnmedizin


leider viel Text ;-)


1.1 Veränderte Rahmenbedingungen brauchen neue Antworten

 

Die Lebensgewohnheiten und Verhaltensweisen, wie sie in den industrialisierten Ländern heute mehrheitlich gepflegt werden, stellen die Gesundheitssysteme vor neue Herausforderungen. Die Akutmedizin hat einen exzellenten Standard erreicht, die Bedeutung von Infektionskrankheiten ist deutlich in den Hintergrund gerückt. Im Gegensatz dazu nehmen viele chronische Erkrankungen wie Krebs, ALS, Alzheimer, Parkinson, MS und chronische Erschöpfungssyndrome in den letzten Jahrzehnten zahlenmäßig dramatisch zu. Bei Extrapolation der Kurven ist zu erkennen, dass in wenigen Jahren alle Menschen der westlichen Länder von zumindest einer dieser Erkrankungen betroffen sein können.

 

Was ist die Ursache, was hat sich verändert?

 

Dem Anstieg müssen menschengemachte Veränderungen, Verhalten und Umwelt, zugrunde liegen. Nichts anderes hat sich in dieser Zeit so massiv verändert, dass es eine so offensichtliche Zunahme von scheinbar unterschiedlichen Erkrankungen bewirken könnte.

 

Chronische Erkrankungen werden von uns zu Recht als Zivilisationskrankheiten bezeichnet. Derartige Erkrankungen sind bei Tieren, die frei in naturbelassenen Regionen leben, nicht zu finden. Es scheint so, als würde die Mehrzahl der Menschen heute nicht artgerecht gehalten.

 

Fakt ist jedoch, dass wir in einer Umgebung, die uns krank gemacht hat, nicht gesund werden können. Der Schlüssel zur Heilung heißt also „raus aus der Box“, die uns krank macht, hin zu einer artgerechten Umgebung. Artgerechte Umgebung nicht nur im Sinne einer gesunden und sauberen Umwelt, nicht nur im Sinne einer gesunden, unserem Genotypen entsprechenden Ernährung, Bewegung und Beschäftigung, sondern auch im Sinne einer artgerechten sozialen Umgebung, Stichwort Familienverbund. Betrachtet man die tatsächlichen, von uns geschaffenen Lebensbedingungen, dann muss man feststellen, dass wir zahllose Realitäten geschaffen haben, die mit den essentiellen Bedürfnissen lebendiger Systeme nicht vereinbar sind. Das Wunder unserer Zeit ist nicht die hohe und weiter zunehmende Zahl chronisch kranker Menschen, sondern die dank hoher Kompensationsfähigkeit des Vitalsystems Mensch hohe Zahl noch nicht erkrankter Menschen.

Wir sollten allerdings mit den Ressourcen und Fähigkeiten unseres Körpers und unserer Seele maßvoll und mit Respekt umgehen.

 

Unsere Nahrung wurde neu geschaffen mit denaturierten oder vollständig künstlich hergestellten Produkten, die mit Lebensmitteln nichts mehr zu tun haben. Selbst biologisch hergestellte Lebensmittel haben nicht mehr denselben Gehalt an Nährstoffen, weil die Böden nach Jahrzehnten extensiver Landwirtschaft ausgelaugt sind. Die Mehrzahl der Menschen arbeitet in geschlossenen Räumen mit künstlichem Licht und dauerhafter massiver elektromagnetischer Belastung. Wir folgen unnatürlichen Schlaf- und Wachrhythmen mit einer künstlich geschaffenen Zeittaktung. Wir produzieren psychischen Stress durch unrealistische Ängste und industriell „aus dem Nichts“ geschaffene Bedürfnisse, werden ständig multimedial berieselt mit einer Verdichtung negativer und gewalttätiger Inhalte. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Unser genetischer Code hat sich in dieser Zeit nicht annährend so verändert. Unser Körper reagiert mit denselben Mechanismen wie vor 50 oder vor 2000 Jahren auf Ereignisse von außen: Entzündung.

 

 

1.2 „Silent Inflammation“: Die Epidemie des 21. Jahrhunderts.

 

Die Entzündung dient eigentlich der Abwehr einmaliger, zumindest seltener, punktueller Ereignisse. Sie ist, wie wir inzwischen wissen, ein untaugliches Mittel, tägliche Belastungen auf Dauer auszugleichen, zumal die meisten Menschen gar nicht auf die Idee kommen, gesundheitsschädliche, nicht artgerechte Verhaltensweisen als solche zu identifizieren und zu vermeiden. Doch was passiert, wenn wir mit einem Auto Vollgas geben (schädliches Verhalten) und gleichzeitig auf die Bremse treten (Entzündung). Wir werden die Funktion des Autos (zer)stören. Hat unser Auto sehr viel PS (vergleichbar mit z.B. einer hohen Entgiftungsfähigkeit des Körpers), dann wird es trotz Bremse zunächst losfahren. Hat es wenig PS (verminderte Entgiftungsfähigkeit, reduzierte Kompensationsfähigkeit), dann wird es sich nicht oder kaum von der Stelle bewegen. In beiden Fällen ist es aber nur eine Frage der Zeit, bis bleibende Schäden auftreten, wenn wir unser Handeln, Gas und Bremse gleichzeitig zu betätigen, nicht verändern.

 

Welche Antworten hat die Medizin auf diese veränderte Herausforderung? Dies ist eine häufig gestellte Frage. Aus meiner Sicht ist die Frage nicht zielführend, wenn es um dauerhafte Heilung und nachhaltige Gesundheit geht, zumindest nicht alleine zielführend. Ein Gesundheitswesen wird die akuten Folgen abmildern können, nicht aber beseitigen. Die gesellschaftliche Antwort lautet: „Raus aus der Box“. Jeder einzelne Mensch darf erkennen, dass in den meisten Fällen sein eigenes Verhalten die Basis seines Zustandes ist. Jedes Individuum hat die Chance, die Verantwortung für seine Zukunft zu übernehmen. Es geht hier nicht (!) um die Schuld für bestehende Situation, sondern um die individuelle Verantwortung für die Zukunft. Das Gesundheitswesen kann eine Unterstützung liefern, manchmal eine zweite Chance, aber selten eine dauerhafte Lösung im Sinne von dauerhafter Heilung und nachhaltiger Gesundheit.

 

Und dennoch sind auch im Gesundheitswesen neue Konzepte für die veränderte Situation gefragt. Gefragt im Sinne von erforderlich, um sich den neuen Herausforderungen zu stellen, gefragt aber auch im Sinne der steigenden Nachfrage durch Patienten, denn erfreulicherweise zwingt diese explosionsartige Zunahme der chronischen Erkrankungen die Bevölkerung dazu, umzudenken und eine gesündere und „biologische“ Lebensweise anzustreben. Bioprodukte werden immer stärker auch in gewöhnlichen Lebensmittelmärkten nachgefragt, reine Bio-Märkte wie die „Alnatura“ in Deutschland und der Schweiz oder „Whole-Foods“ in den USA sprießen wie Pilze aus dem Boden. In immer mehr Restaurants finden wir Gluten-freie oder als gesund und wenig belastend ausgewiesene Speisen auf der Karte. Die Reduktion der Schadstoffe in Textilien, Schonung der Ressourcen, Erfolge wie die der Elektrofahrzeuge der Firma Tesla und viele andere Beispiele sprechen eine deutliche Sprache. Interessant ist dabei die Beobachtung, dass sich heute das Profil des „Bio-Konsumenten" vom esoterisch angehauchten „Öko“ zur gesellschaftlichen Elite hin erstreckt.

 

Dieses Umdenken ist auch dringend nötig, da es leider einige Bereiche in unserer Umwelt gibt, die unsere Gesundheit immer intensiver bedrohen: die zunehmende elektromagnetische Strahlung in Form von hochfrequenten Gigaherz-Frequenzen im Bereich des Mobilfunks, des W-LAN und der DECT-Technologie. Aber auch die radioaktive Belastung nimmt stetig zu und wird durch Unfälle wie Fukushima zusätzlich massiv erhöht.

 

Die erschreckende Zunahme aller chronischen Erkrankungen basiert auf einer gemeinsamen Ursache, der „silent inflammation“. Diese wiederum hat eine Hauptursache: Stress, der unser Immunsystem überfordert. Dafür haben Dr. Scholz und Dr. Mutter in ihrer langjährigen Beschäftigung mit chronischen Erkrankungen und deren Ursachen (Ursachentherapie nach Dr. Joachim Mutter) 4 Hauptfaktoren identifiziert:

  • Ernährung, z.B. einfache Zucker, Milchprodukte und verarbeitete Lebensmittel
  • Emotionaler Stress, beruflich und privat
  • Elektromagnetische Wellen, z.B. durch Mobilfunk, DECT, W-LAN, Bluetooth
  • Zähne und Kiefer als Depot von toxischen Schwermetallen und Entzündungen

Basierend auf mehr als 10 Jahren konsequenter ursachenorientierter Umweltmedizin und Zahnmedizin haben wir ein Konzept entwickelt, das sich den veränderten Herausforderungen stellt und chronisch kranken Menschen eine Chance auf Heilung bietet. Im Kern geht es darum, die Hauptursachen für Erkrankungen zu eliminieren und gesundheitsförderndes Verhalten zu etablieren. Ernährung, emotionaler Stress und Mobilfunk sind exogene Faktoren, die wir auf verschiedenen Wegen beeinflussen können und sollten. Als Zahnärzte haben wir aber auch einen wesentlichen Schlüssel zur Gesundheit in der Hand, den wir in der Tagesklinik Konstanz konsequent nutzen.